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Grubenbahnen oder Tunnelbahnen bekommt man in der Regel nicht zu Gesicht, so lange sie eingesetzt werden. Nur in einigen Schaubergwerken rollen Besucher mit der Grubenbahn in den Berg. Städte und Gemeinden mit Bergbau-Vergangenheit erinnern sich jedoch manchmal der Historie und stellen Loren, Hunte oder auch Lokomotiven als Denkmäler im Stadtgebiet auf. Außerdem besitzen mehrere Feldbahn-Vereine mittlerweile Grubenloks, so dass deren ungewöhnliches Äußeres auf Nicht-Bergleute nicht mehr ganz so fremd wirkt. Einige Fahrzeuge sollen hier vorgestellt werden und vielleicht auch einen Anreiz bieten, sich intensiver mit der spannenden Materie der Eisenbahn unter Tage zu beschäftigen.
 
Deutz 55973 / 1956  |  Typ MAH914 G  |  Bauart B  |  Spurweite 600 mm
Eine von mehreren Deutz Grubenloks für die BHS Pechkohlenbergwerke ist die "80", die am 06.07.1956 ausgeliefert wurde und bis 1971 im Einsatz war. Danach wurde sie zunächst als Denkmal vor der Verwaltung in Peißenberg aufgestellt und kam 1993 zum neu geschaffenen Bergbaumuseum.
Die Stadt Peißenberg kann auf eine jahrhundertealte Tradition im Pechkohlenbergbau zurück blicken. 1971 waren die abbauwürdigen Vorkommen erschöpft, so dass das durch die Bayrischen Berg-, Hütten- und Salzwerke betriebene Bergwerk stillgelegt wurde. Teile davon sind heute als Museum erhalten geblieben. Oberhalb des Peißenberger Bahnhofs ist in der sogenannten Tiefstollenhalle ein Museum mit angegliederter Veranstaltungsfläche entstanden, auch das Stollenloch von 1869 wurde restauriert und kann gelegentlich im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Die Grubenbahn ist allerdings ein reines Denkmal, obwohl die Gleise in den erhaltenen Stollen hinein führen. In der Tiefstollenhalle ist unter anderem eine Krauss-Maffei Feldbahndampflok ausgestellt und um die Halle herum führt eine "Bockerlbahn" mit der Spurweite 7 1/4 Zoll im Maßstab 1:4, die von einem Verein betrieben wird.
Deutz 23300 / 1938
Fabrik-Nr. 23300
Baujahr 1938
Typ MLH 914
Bauart B
Spurweite 600 mm
Standort 87647 Unterthingau
Eigner privat
Keine näheren Informationen liegen über die Herkunft dieser Deutz-Grubenlok vor, die am 28.07.2010 in der Privatsammlung Schoder fotografiert werden konnte. Bekannt ist nur, dass die Lok mindestens seit 1992 dort zu finden ist.
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Deutz 55035 / 1946
Fabrik-Nr. 55035
Baujahr 1946
Typ KML 8 GB 600
Bauart B
Spurweite 600 mm
Standort Peiting
Eigner Gemeinde
Auch Peiting hat eine lange Tradition als Bergbaustadt. Vor dem Heimatmuseum ist als Erinnerung an diese Zeiten eine Grubenlok mitsamt Kohlenhunt als Denkmal aufgestellt. Es handelt sich wie bei der oben gezeigten roten Lok um eine Deutz-Lok der ehemaligen Berg-, Hütten- und Salzwerke. Sie trägt die Fabriknummer 55035 und hat eine interessante Geschichte: Gebaut wurde sie nämlich 1946 als Typ KML 8 GB 600 von der Firma Ruhrthaler mit der Fabriknummer 2537 im Auftrag von Deutz. Eingesetzt wurde sie immer in den BHS-Bergwerken in Peiting und Peißenberg. Die Bilder wurden am 07.04.2010 aufgenommen.
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Ruhrthaler 3771 / 1963
Fabrik-Nr. 3771
Baujahr 1963
Typ G 100 Z
Bauart C-dm
Spurweite 580 mm
Standort 91622 Rügland
Eigner Frankenfeldbahn
Ausschließlich für die Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerke in Österreich lieferte Ruhrthaler diese Lokomotiv-Type. Die 3771 war zunächst im Werk Thomasroth, später im Werk Hinterschlagen und schließlich im Werk Schmitzberg im Einsatz. Mit der Eröffnung des Erlebnisparks Bergbau Hinterschlagen in den 1990er Jahren kam sie ins Freigelände der Ausstellung, wurde aber nicht hergerichtet. Am 09. Juni 2011 konnte die Frankenfeldbahn in Rügland die Lok übernehmen. Dort wurde sie am 26. Juni 2011 auch fotografiert.
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Schalker Eisenhütte 2394 / 1992  |  Typ REL A  |  Bauart Bo-akku  |  13,5 t  |  52 PS  |  Spurweite 600 mm
Seit Oktober 2007 ist auch im Zentrum Peißenbergs, am Parkplatz an der Moosleite, eine Grubenlok als Denkmal. Dank Ihres Unterstandes ist sie zwar vor den gröbsten Wind- und Wetterunbilden geschützt, lässt sich aber auch nur mit diesem Stahlkonstrukt zusammen aufnehmen. Die Lok gehört zu den Ausstellungsstücken entlang der "Kohlenstraße" von Peiting nach Hausham, ist aber kein Original aus der Region. Stattdessen wurde die Akkulok 1992 an die Ruhrkohle AG in Essen für das Bergwerk Lohberg in Dinslaken geliefert und dort als "109" bezeichnet. Nach Peißenberg kam sie am 26. Juni 2006.
Foto: 21.05.2009
Deutz 23223 / 1939  |  Typ A6M 317 G  |  Bauart B  |  Spurweite 670 mm
Natürlich finden sich Grubenbahn-Denkmäler nicht nur am Hohenpeißenberg in Bayern. Diese Lok, die Deutz 23223 von 1939, steht in Wellen an der Mosel und erinnert an den dortigen Untertage-Betrieb der ehemaligen Trierer Kalk- und Dolomit-Werke. Eingesetzt wurde die Maschine dort allerdings nie: Ausgeliefert wurde sie am 01.06.1939 an die Mines Domaniales Francaises de la Serre in Saarbrücken für das Grube Camphausen. Später fuhr sie auf der Grube Reden der Saarbergwerke AG und zuletzt im Kraftmagazin & Zentralwerkstätte Hirschbach in Sulzbach. 1986 landete sie als Denkmal bei der Firma Weichenbau Laeis GmbH & Co. in Trier und ca. 2005 erhielt sie ihren heutigen Platz als Denkmal in Wellen. Dort wurde sie am 04.04.2010 auch fotografiert.
TOP | Kontakt | letzte Änderung: 03.07.2011