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Dampfspeicherloks von Henschel
 
230 Dampfspeicherloks verschiedener Spurweiten baute Henschel zwischen 1907 und 1958. Vor allem die zweiachsige Bfl 12 / 2,5, die während des Zweiten Weltkriegs als "Kriegsfeuerlose Lokomotive" KFL 2 und auch danach noch bis Mitte der 1950er Jahre gebaut wurde, erreichte eine größere Verbreitung.
Unter den älteren Typen befanden sich dagegen viele Einzelstücke, die speziell auf Kundenanforderungen zugeschnitten waren.

Die technischen Daten und Anzahl der gebauten Loks lässt sich derzeit nur bruchstückhaft wiedergeben:
Typ Achsfolge Fülldruck max. Wasserraum Dienstgewicht Anzahl
Bfl 5,5 / 0,6-64 B 64 atü 5,5 m³ 34 t  
Bfl 12 / 2,5 B 2,5 atü 12 m³    
Cfl 12,6 / 07-120 C 120 atü 12,6 m³ 60 t  
Dfl 18 / 2,0-70 D 70 atü 18 m³ 78 t 3
Efl 23 / 2,6-90 E 90 atü 23,4 m³ 98 t  

Weitere technische Daten aus dem Jahr 1936 finden sich unten auf dieser Seite bei den Abbildungen aus dem Henschel Katalog dieses Jahres.

 Nachdem die Zeit der feuerlosen Lokomotiven in Deutschland 2026 bis auf eine Handvoll Exemplare vorüber ist, werden auch keine Henschel Lokomotiven mehr eingesetzt. Allerdings verfügt 2026 das Großkraftwerk Mannheim noch über zwei vierachsige Exemplare, des Typs Dfl 18,0 / 2,0-70. Sie sind jedoch abgestellt. Mehrere Loks vor allem vom Typ Bfl 12 / 2,5  finden sich bei Museumsbahnen oder auf dem Denkmalsockel. Mangels geeigneter externer Dampferzeugungsanlagen können sie trotz ihrer einfachen Technik nicht vorgeführt werden.
 
Die teilweise unlogisch wirkenden Fabriknummern und Baujahr resultieren daher, dass Henschel freigebliebene Fabriknummern aus früheren Aufträgen nach dem Zweiten Weltkrieg besetzt hat.

Fotos und Lebensläufe ausgewählter Lokomotiven finden sie außerdem unter diesen Links:
Henschel Industrieloks Teil 1
Henschel Industrieloks Teil 2

Hinweis: Die hier genannten Standorte geben wieder, wo die Lok zum Aufnahmezeitpunkt gewesen ist. Der jeweils letzte bekannte Standort bzw. Eigentümer ist im Text genannt.
 
Fabrik-Nr. 13423 / 1914
Typ feuerlos
Bauart B-fl
Standort 49082 Osnabrück
Eigner Zoo Osnabrück gGmbH
Status Denkmal
Diese Dampfspeicherlok wurde an das Städtische Betriebsamt Osnabrück ausgeliefert, wo sie mit der Nummer "1" eingesetzt wurde. Nachdem sie nicht mehr benötigt wurde, stellte man sie als Spielobjekt im Osnabrücker Zoo aus. Bereits 1974 wurde sie dort dokumentiert. Im Laufe der Jahre wurden die meisten Anbauteile aus Sicherheitsgründen entfernt. Da die Lok gelegentlich aufgefrischt wird, zeigt sie sich auch auf den Fotos vom 09.11.2024 in optisch ansprechender Form.
Fabrik-Nr. 16077 / 1918
Typ feuerlos
Bauart B-fl
Standort 25541 Brunsbüttel
Eigner Total Bitumen Deutschland GmbH
Status Denkmal
Diese Dampfspeicherlok wurde an die Kriegsmarinewerft Kiel geliefert, war später im Marinekohlelager Brunsbüttelkoog zu Hause und wurde ab einem nicht bekannten Zeitraum in der Elf-Raffinerie in Brunsbüttel eingesetzt. Erst 1980 wurde sie außer Dienst gestellt und 1983 auf dem Gelände als Denkmal aufgestellt. Mittlerweile gehören Raffinerie und Denkmal der Total Bitumen Deutschland GmbH.
Das Foto entstand am 30.09.2014.
Fabrik-Nr. 22508 / 1952
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 34582 Borken
Eigner Hessisches Braunkohle-Bergbaumuseum
Status Denkmal
Die  PREAG - Preußische Elektrizitäts AG, später PreußenElektra AG, erhielt diese Dampfspeicherlok für das Kraftwerk Borken. Sie erhielt dort die Betriebsnummer "11" und blieb bis zur Aufgabe des Kraftwerks erhalten. Von 1952 bis 1966 war sie in der Ascheabfuhr vom Kraftwerk eingesetzt, danach diente sie bis 1990 als fahrbarer Pressluftspeicher in der Zentralwerkstatt Altenburg 2.
1991 wurde sie an das neue Hessische Braunkohlemuseum in Borken abgegeben, wo sie am 07.06.2009 zu besichtigen war.
 
Fabrik-Nr. 24370 / 1938
Typ C-fl
Bauart C-fl (ex Ct-n2)
Standort 45527 Hattingen
Eigner Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Status Denkmal
Als gewöhnliche Dampflok des Henschel-Typs "Minister Stein" wurde diese Lok an die Zeche Consolidation abgeliefert und mit der Bezeichnung "CONSOLIDATION 2" in Betrieb genommen.
1958 wurde die Lok in eine Hochdruckspeicherlok der Bauart Gilli umgerüstet, wobei von der alten Lok nur noch Teile von Fahrwerk und Rahmen Verwendung fanden. 1970 kam die Lok in den Bestand der Ruhrkohle AG und erhielt die Betriebsnummer "RAG D-502". Im Januar 1973 wurde sie abgestellt und im Juli 1974 an die Rüttgerswerke in Castrop-Rauxel verkauft, wo sie die Nummer "1" erhielt.
1993 war auch dort Einsatzende; die seltene Lok wurde schließlich im Dezember 1997 vom Westfälischen Industriemusem übernommen und ist seit vielen Jahren im Museum Henrichshütte in Hattingen des heutigen Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ausgestellt. Am 02.04.2016 wurde sie dort auch fotografiert.
 
Fabrik-Nr. 24464 / 1949
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 84104 Rudelzhausen OT Enzelhausen
Eigner A. Hagl Containerdienst und Recycling
Status Denkmal
Die Dampfspeicherlok wurde fabrikneu an die Stadtwerke Hannover für das Kraftwerk Herrenhausen geliefert. Sie war dort mit der Betriebsnummer "1" bis 1978 im Einsatz. Dann erfolgte ihr Verkauf an die Rütgerswerke in Castrop-Rauxel, die mehrere Dampfspeicherloks einsetzten. Als Lok "4" blieb sie bis 1996 dort. Es folgte die Aufstellung als Denkmal bei der Wenger AG am Bahnhof Herten.
Als die Firma in Konkurs ging, übernahm der Containerdienst Adolf Hagel in Enzelhausen die Lok 2001. Seitdem ist sie gemeinsam mit anderen Loks und Wagen am ehemaligen Bahnhof Enzelhausen zu finden. Fotografiert wurde sie am 30.06.2013.
 
Fabrik-Nr. 24559 / 1950
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl   Bfl 12 / 2,5
Standort 06449 Aschersleben
Eigner Deutsches Werkbahnmuseum e.V.
Status abgestellte Museumslok
Am 04.12.1950 erhielt die Stadt Hannover diese Lok für den Städtischen Schlacht- und Viehhof, wo sie die Nummer "2" erhielt.
1973 übernahm die Chemische Fabrik Riedel de Haen in Seelze die Lok, die ihre Betriebsnummer behielt. 1996 wurde sie im Werkgelände als Denkmal aufgestellt. Auch nach dem Verkauf des Werkes an Honeywell Specialites Chemicals Seelze GmbH blieb sie bis zum Juni 2007 dort aufgestellt, um dann vom Deutschen Werkbahnmuseum e.V. in Aschersleben übernommen zu werden.
Dort konnte die Maschine am 06.06.2017 aufgenommen werden.
 
Fabrik-Nr. 25460 / 1953
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 49661 Cloppenburg-Staatsforsten
Eigner Museumseisenbahn Friesoythe - Cloppenburg e.V.
Status Denkmal
Die Lokomotive wurde 1953 für die Gewerkschaft Erdöl Raffinerie Emsland (GEE) und deren neu gebautes Werk in Lingen-Holthusen ausgeliefert und dort am 02.11.1953 mit der Betriebsnummer "2" abgenommen. Am 24.10.1981 wurde sie letztmals eingesetzt und später im Ausbesserungswerk Lingen der Deutschen Bundesbahn hinterstellt. Im Jahr 2009 konnte die Museumseisenbahn Friesoythe-Cloppenburg e.V. sie übernehmen und optisch aufarbeiten. Im Bahnhof Cloppenburg-Staatsforsten fand sie am 02.04.2018 einen Stellplatz als Denkmal und konnte dort auch am 25.05.2023 fotografiert werden.
 
Fabrik-Nr. 27006 / 1949
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 34131 Kassel
Eigner Hessencourrier e.V.
Status rollfähige Museumslok
Diese feuerlose Dampflok erhielt das Spinnfaserwerk Enka AG in Kassel 1972, nachdem die Lok zuvor bei der Deutschen Fettsäure Werke GmbH in Witten an der Ruhr (später Henkel) eingesetzt war. Nach ihrer Außerdienststellung 1985 konnte Lok "3" vom Verein Historischer Zug Hessencourrier e.V. in Kassel übernommen werden. Zunächst noch im letzten Einsatzzustand ausgestellt, erhielt sie im September 1985 einen Neuanstrich in schwarz und rot.
Das dritte Bild wurde in Naumburg am 13.04.2019 aufgenommen, das vierte ebendort am 15.05.2021.
 
Fabrik-Nr. 28394 / 1947
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 49090 Osnabrück
Eigner Osnabrücker Dampflokfreunde e.V.
Status rollfähige Museumslok
Am 22.07.1947 wurde diese Dampfspeicherlok an die Niedersächsische Kraftwerke AG in Osnabrück für das Kraftwerk Ibbenbüren ausgeliefert. Später wurde daraus das Kraftwerk Ibbenbüren der Preussag. Im April 1963 verkaufte man die Lok an die Firma SchoellerGmbH, Papierfabrik in Osnabrück-Lüstringen, wo sie die Nummer "2" erhielt. Nachdem die Papierfabrik aus der DDR eine neuere und leistungsfähigere Dampfspeicherlok übernehmen konnte, wurde die Maschine am 20.12.1991 dem Industriemuseum Osnabrück-Piesberg für die Osnabrücker Dampflokfreunde e.V. (ODF) übergeben. Dort wird sie seitdem geschützt aufbewahrt.
Das Foto entstand anläßlich einer Ausstellung zum 150jährigen Jubiläum der Deutschen Eisenbahnen in Osnabrück 1985.
 
Fabrik-Nr. 28396 / 1947
Typ Bfl 12 / 2,5
Bauart B-fl
Standort 50189 Elsdorf
Eigner Privat
Status Denkmal
Die Firma Sunlicht AG war 1947 Käufer dieser Lok und setzte sie im Werk Mannheim ein. 1971 wurde sie über den Händler Glaser in München an die Zuckerfabrik Wevelinghoven der Firma Pfeifer & Langen verkauft. Als Lok "3" war sie bis 1978 im Einsatz und wurde anschließend an das Feld- und Werkbahnmuseum Oekoven abgegeben. Noch in diesem Jahr wurde sie an die Zuckerfabrik Elsdorf weiter gereicht, wo sie bis 1993 verblieb, um dann beim Rheinischen Industriebahnmuseum in Köln eine neue Heimat zu finden.
Das RIM stellte die Dampfspeicherlok wenig später als Denkmal beim Brückenbauhof Köln aus, ehe sie am 19.11.1999 als Denkmal zur Gaststätte "Café Dampflok" in Elsdorf wechselte. Dort wurde sie am 07.01.2015 fotografiert.
 
 
Prospekte und Firmenunterlagen
Aus dem "Henschel Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven Sonder-Katalog" von 1936 stammen diese Abbildungen, auf denen die feuerlosen Lokomotiven zu sehen sind, die damals im Angebot waren. Auf die einfache Bedienung wird ebenso hingewiesen, wie auf die mitgelieferten Werkzeuge. Ud der fragebogen am Ende darf nicht fehlen, damit Kunden auch die richtige Lok erhalten.
Die Seiten lassen sich durch anklicken vergrößern.
 
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