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Die Feldbahn der Torfwerks Moorkultur Ramsloh - Torfwerk Werner Koch
Neben Griendtsveen und Klasmann-Deilmann betreibt die Firma Werner Koch auch 2022 Torfabbau in der Esterweger Dose und dem Westermoor.

Das Moorgut Ramsloh am Verbindungsweg Ramsloh - Burlage wurde zwischen 1906 und 1918 errichtet. Entlang des Weges gab es bereits ein Feldbahngleis für landwirtschaftliche Zwecke, das nun auch vom Moorgut mitgenutzt wurde.
1927 wurde am Bahnhof Ramsloh ein Torfwerk errichtet, welches ebenfalls an die Feldbahn angeschlossen war. Das Werk und die Abbauflächen gehörten zu dieser Zeit der Oldenburgischen Moorgutgesellschaft (OMG). 1941 kaufte die Firma Friedrich Krupp den Betrieb, da man die Flächen als Zielaufschlagplatz für den etwa 50 Kilometer entfernten Schießplatz Meppen benötigte. 1942 hatte das Gelände eine Ausdehnung von rund 880 Hektar.

1957 erwarb die Bundesrepublik Deutschland den Betrieb von Krupp, erweiterte ihn um rund 250 Hektar Staatsflächen in der Esterweger Dose und führte ihn weiter. 1959 wurde der Betrieb mit dem Moorgut an den bisherigen Geschäftsführer Werner Koch verpachtet. Der Staat behielt sich allerdings vor, Flächen ohne Aufrechnung in Anspruch zu nehmen, was zwischen 1975 und 1979 auch geschah: Für den Bau des sogenannten Längswellensenders Ramsloh der Bundesmarine, der 1980/81 seinen Betrieb aufnahm, wurden 500 Hektar benötigt.
Für die Firma Werner Koch war das der Verlust eines Großteils der Abbauflächen, der in den Folgejahren nur teilweise durch den Zukauf vormals landwirtschaftlich genutzter Flächen und die Übernahme anderer Torfbetriebe (1980: Börgermoor GmbH, 1989: Union-Torfwerk Sedelsberg) ausgeglichen werden konnte.

1994 wurde neben dem Moorgut ein neues Torfwerk mit Lkw-Verladeanlage in Betrieb genommen und die alte Strecke entlang der Moorgutstraße zum Bahnhof Sedelsberg stillgelegt. 1999 konnte Koch die Gebäude und Wege sowie einen Teil der Abbauflächen von der Bundesrepublik kaufen. Mit den nun noch zur Verfügung stehenden Flächen kann das Unternehmen bis etwa 2035 arbeiten, wenn keine Gesetzesvorhaben den Torfabbau weiter einschränken.

Das Feldbahnnetz mit 600 mm Spurweite gliedert sich in zwei Äste: Ein Ast im alten Abbaugelände führt parallel zur Sendestation und bis in Sichtweite der 900 mm Torfbahn, die Griendstveen vom Küstenkanal aus betreibt. Der zweite Ast verbindet das Abbaugebiet des übernommenen Union-Torfwerks mit dem Stammwerk. Dabei wir ein Teil der Gleise auch vom Torfwerk Brinkmann mitbenutzt. Das Union-Torfwerk existiert nicht mehr, doch im Abbaugebiet wurde in der Nähe des Eulenweges eine neue Verladeanlage gebaut.

Am 03.12.2014 wurde letztmals Torf aus dem alten Abbaugebiet gefahren, die Flächen werden anschließend der Renaturierung zugeführt. Das vorhandene Streckengleis in diesem Bereich soll für touristische Fahrten allerdings erhalten bleiben.

Hinweis:
Die Bilder können für eine vergrößerte Darstellung angeklickt werden.
 
Lokbestand | Tabellarische Zusammenstellung und Fotogallerie
Eine Zusammenstellung des umfangreichen Lokomotivbestandes dieses Torfwerks mit Loks von 1935 bis 2020 finden Sie auf HIER.
Fotos vom 10.05.2017
 
2.1 2.2 2.3
2.1  Der Besuch im Moor brachte zunächst diese abgestellten Loks mit ihren Bauzug-Loren zu Tage. Lok "U1" ist die Schöma 3129/1968, eine Maschine vom Typ CHL 20G.
2.2  Zwei Loks für zwei Wagen. Die Loks "LU8" und "U1" warten am Rande der Esterweger Dose auf neue Taten.
2.3  Ganz klar ist die Identität der "LU8" nicht: Möglicherweise handelt es sich bei ihr um die stark modernisierte Schöma 179/1935. Damit wäre sie nicht nur die älteste Lok des Torfwerks, sondern die älteste noch aktive Schöma überhaupt.
2.4 2.5 2.6
2.4  Kreativität bewiesen die Werkstatt-Arbeiter bei diesem neu gebauten Aufenthaltswagen. Stirnwände aus Blech, Seitenwände aus Holz, Dach aus Plastikplane. Dazu zwei Scheinwerfer und ein massives Eisenrohr an der Seite, mit dem der Wagen im Boden verankert werden kann.
2.5  Das Abbaugebiet in der Nähe der Verladung Eulenweg. Abgefahren wurde der Torf allerdings über die lange Strecke zum Hauptwerk in Ramsloh.
2.6 Wann immer man am Eulenweg nachsieht, steht die Schöma 4531/1982 vom Typ CHL 30 G mit der Nummer "LU2" an dieser Stelle.
2.7 2.8 2.9
2.7  Häufig sind an der Verladung Eulenweg einige Loks abgestellt. Diese warten schon etwas länger, denn Gleise und Radreifen waren angerostet.
2.8  Schöma 4759/1985 mit der Nummer "32" ist eine der vier Loks, die man 2013 aus dem Ruhrkohle-Bergbau übernommen und gründlich aufgearbeitet hat. Sie sind alle in unterschiedlichen Farben lackiert.
2.9  Einzige Lok ohne Wetterschutz für den Fahrer ist die Diema 1582/1953, eine Lok vom Typ DS 16, die hier die Betriebsnummer "U4" trägt.
2.10 2.11 2.12
2.10  Im Bauzugdienst hat sich Lok "7", Diema 4098/1977, nützlich gemacht. Hier steht sie auf einem fliegenden Gleis in der Nähe der Verladung Eulenweg.
2.11  Diese alte Torflore wird beim Gleisbau eingesetzt. Beladen ist sie mit Holzbrettern, die den fliegenden Gleisen mehr Stabilität auf dem weichen Moorboden geben.
2.12  Dann war die Diema weg, nachdem sie noch eine weitere Baulore abgestellt hat. Diese ist mit Wellblechen beladen, die als Schwellen im Gleisbau Verwendung finden.
2.13 2.14 2.15
2.13  Vom Torfwerk an der Moorgutsstraße nähert sich Lok "22" (Schöma 6298/2008, Typ CHL 40G) auf der Hauptstrecke mit einem leeren Zug. Die drei Loks dieser Bauart bespannen mittlerweile die meisten Züge auf der Strecke.
2.14  In Höhe des dritten Wagens erkennt man eine Weiche, deren abzweigendes Gleis zum rechten Bildrand entschwindet. Es ist das Streckengleis des Torfwerks Brinkmann, das hier ein kurzes Stück die Koch-Strecke mitbenutzt, ehe es in die Abbauflächen von Brinkmann führt.
2.15 Weites Land! Das Bild zeigt die Hauptrecke entlang der Esterweger Dose. Links an der Torfmiete ist ein fliegendes Gleis verlegt worden.
2.16 2.17 2.18 
2.16  Mit einem beladenen Zug macht sich Schöma 6298/2008 wieder auf den Weg ins Torfwerk nach Ramsloh. Im Hintergrund schieben Pistenraupe und Planierraupen den Torf zu neuen Mieten zusammen, wobei die Pistenraupe um einiges schneller arbeitet, als die eher behäbigen Komatsu-Bulldozer.
2.17  2.18  Zwischen den Abbaufeldern und der Esterweger Dose muss der baumbestandene Westermoor-Graben gekreuzt werden. Bis zum Torfwerk sind es über acht Kilometer.
2.19 2.20 2.21
2.19  2.20  Am Torfwerk ist Lok "25", Schöma 4178/1983, als weitere Vertreterin der ehemaligen Bergbau-Loks zu finden. Sie übernimmt hier den Rangierverkehr, Auf den sichtbaren vorderen Gleisen werden die Loren per Gabelstapler einzeln gegriffen und durch Umkippen auf eine Halde entleert. Zusätzlich gibt es auf der Rückseite des modernen Werks noch die klassische Kippbühne, wo die Loren nach Öffnen der Seitenwand seitlich gekippt werden.
2.21 Bei diesem fliegenden Gleis kamen alle möglichen Bauarten von Schwellen zum Einsatz: Verschiedene Arten von Stahlschwellen ebenso, wie wettergegerbte Holzbohlen.
 
Fotos vom Mai 2012
Im Mai 2012 wurde das Torfwerk an mehreren Tagen besucht. Die Aufnahmen entstanden am Torfwerk und an der Verladung Eulenweg. Im Moor sind während dieser Besuche keine Bilder entstanden, da das geschäftige Treiben an der Moorgutstraße für ausreichend Abwechslung sorgte.
1  Farbtupfer im Frühjahrs-Grün: Die Loks 19 und 4 vor einem Torfzug an der Moorgutstraße.
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2  Über die noch verhältnismäßig neue Verbindungsstrecke vom ehemaligen Union-Torfwerk zum Stammwerk erreicht ein beladener Zug gleich die Moorgutstraße. Es führen die Loks 6 und 7.
3  Nach dem Schwenk auf die parallel zur Moorgutstraße verlaufende Strecke wird der Zug gleich das moderne Torfwerk erreichen. Der Fahrer macht sich schon bereit, die Weiche zu stellen.
4  Aus Richtung des alten Abbaugebietes entlang der Marine-Längstwellen-Sendestation Saterland erreicht die moderne Lok L08 das Werkstattgelände, an dem vorbei das Gleis zum Torfwerk führt. Eingesetzt werden stählerne Torfwagen des benachbarten Torfwerks Brinkmann.
5 6 7
5  Am Torfwerk herrscht fast immer reger Feldbahnbetrieb mit mehreren Loks. Hier haben auf dem rechten Gleis die Loks 6 und 7 das Werk erreicht, während daneben Lok 10 für Rangieraufgaben bereit steht.
6  Drei auf einen Streich! Lok 10 hat sich zum Feierabend vor die Loks 6 und 7 gesetzt.
7  Neben den beiden Gleisen vor dem Torfwerk gibt es hinter dem Werk weitere Gleise, die durch ein kleines Wäldchen erreicht werden. Lok 19 und Lok 4 haben beide vor nicht langer Zeit frische Farbe aufs alte Blech bekommen.
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8  Zwei weitere Oldtimer haben das Torfwerk erreicht: Lok Lu1 und Lok 16 haben zusammen mehr als 140 Jahre auf dem Buckel.
9  Zwei Bahnübergänge am Torfwerk sind mit Blinklichtanlagen ausgestattet. Hier passieren die Loks 7 und 6 einen der Übergänge.
10  Drei moderne Schöma-Loks vom Typ CHL 40G waren zum Besuchszeitpunkt im Besitz des Torfwerks Werner Koch. Hier Lok L08, nicht zu verwechseln mit Lok LU8 vom selben Typ.
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11  Der große Lokschuppen - erbaut 1925 - dient zum Teil auch als Pferdestall. Da viele Loks im Freien übernachten, wird nicht mehr das gesamte Gebäude benötigt.
12  Sie sehen alt aus, aber die Torfloren mit Holzaufbau sind moderne Wagen, die 2002/2003 von der Ramsloher Firma Claaßen gebaut wurden. Gut zu erkennen ist die grüne Markierung. Sie besagt, dass der Torf aus landwirtschaflich nicht vorgenutzten Torfflächen stammt. Andernfalls wäre eine rote Markierung vorhanden.
13  Auf einem Nebengleis der Strecke zum alten Abbaugebiet wartet ein beladener Zug auf seine Überführung zum Torfwerk.
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14  Nach der Übernahme des Union-Torfwerks wurde nahe am Moor eine neue Verladestelle am Eulenweg gebaut und eine Verbindungsstrecke zum Stammwerk geschaffen, die teilweise auch vom Torfwerk Brinkmann (heute zu Griendtsveen gehörend) mitbenutzt wird. An der Verladung Eulenweg stehen nach Feierabend die Loks 17, Lu9 und 8. Farblich ist Lok Lu9 ein Einzelgänger im weitgehend orange lackierten Lokbestand.
15  Kreativ: Um auf Halde liegenden Torf am Eulenweg in die Verladung zu bekommen, wurde im rechten Winkel ein Gleis angelegt und auf zwei Lorenfahrgestellen ein Förderband mit Einfülltrichter montiert.
16  Weite Abbauflächen kennzeichnen das Westermoor.
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17  Am Rande des Moores liegen die Gleise im Grünen. Hier die Zufahrt zur Verladung Eulenweg.
18  19  Hoppla! Mitten im Moor steht eine Lok. Nach mühsamen Marsch ist Lok U4 schließlich erreicht. Sie steht auf einem der "fliegenden" Gleise, die nur für den Abtransport des gewonnenen Torfs verlegt und anschließend wieder abgebaut werden.
20 21 22
20  21  22  Am Torfwerk werden die Wagen per Gabelstapler aufgenommen und über dem Entladetrichter um 360 Grad gedreht. Den Rest erledigt die Schwerkraft.
 
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